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Kerntechnik der Desinformation

Logischer Fehlschluss

Die Schlussfolgerung folgt nicht logisch aus den Argumenten. Beliebt: der Strohmann (eine verzerrte Gegenposition) und das falsche Dilemma (nur zwei Optionen, wo es mehr gibt).

So funktioniert die Masche

Der Aufbau klingt nach Logik, hält ihr aber nicht stand. Zwei besonders häufige Varianten:

  • Strohmann: Statt der echten Position des Gegenübers wird eine verzerrte, leicht widerlegbare Karikatur davon angegriffen. „Die wollen doch alle Autos verbieten!" – obwohl niemand das gefordert hat.
  • Falsches Dilemma: Es werden nur zwei Möglichkeiten präsentiert („entweder X oder der Untergang"), obwohl es viele Zwischenwege gibt. So wird eine künstliche Zwangslage erzeugt.

Weitere Beispiele: vom Einzelfall aufs Ganze schließen, oder die Person angreifen statt das Argument (ad hominem).

Aktuelles Beispiel

Strohmann in der Klimadebatte: Sagt jemand „Für die Energiewende müssen wir in die Stromnetze investieren", lautet die Antwort oft: „Du willst also die Steuern erhöhen und die Ärmsten noch ärmer machen!" – etwas, das nie gesagt wurde. Statt über Netzinvestitionen zu reden, wird eine erfundene Position angegriffen.

Ein zweites Muster: Wer den Kohleausstieg befürwortet, bekommt unterstellt, er glaube, „Deutschland könne den Klimawandel im Alleingang aufhalten" – eine Haltung, die so niemand vertritt. Der echte (differenzierte) Standpunkt wird durch eine leicht lächerlich zu machende Karikatur ersetzt.

Beleg:  Desinformations-Strategien: Das Strohmann-Argument · Prüfpunkt / Klimadialoge.de, 2025

Kurz selbst überlegen: Welche eine Frage entlarvt diese Masche? Erst überlegen, dann aufklappen – Selbst-Abrufen prägt sich besser ein.

Prüfe, ob die Schlussfolgerung wirklich aus den Argumenten folgt – oder ob ein Gedankensprung übersprungen wird.

So durchschaust du es

  • Strohmann-Test: Wird wirklich die echte Position angegriffen – oder eine verzerrte Version davon? Frag: „Hat die Gegenseite das so gesagt?"
  • Nur zwei Optionen? Bei „entweder … oder" stutzig werden. Gibt es nicht einen dritten Weg?
  • Folgt der Schluss? Stimmen die Voraussetzungen und führt die Logik wirklich zur Schlussfolgerung?
  • Person oder Sache? Wird das Argument entkräftet – oder nur die Person schlechtgemacht?