← Alle Maschen

Häufiges Muster

Identitätsschwindel (gefälschte Absender)

Eine Falschmeldung tarnt sich im Look einer seriösen Quelle – als Artikel eines bekannten Mediums, als Behördenseite oder als Aussage einer echten Person.

So funktioniert die Masche

Beim Identitätsschwindel (engl. impostor content) wird das Vertrauen in bekannte Marken gekapert. Eine erfundene Meldung bekommt das Logo, die Farben und das Layout eines etablierten Mediums oder einer Behörde – und wirkt dadurch sofort glaubwürdig.

Genutzt wird, dass die meisten Menschen nur das visuelle Erscheinungsbild prüfen, nicht die Adresse dahinter. Minimal veränderte URLs (ein fehlender Bindestrich, .co statt .de) genügen, um die Fälschung echt aussehen zu lassen. Geteilt wird dann nicht die Lüge einer unbekannten Seite – sondern scheinbar „ein Artikel vom SPIEGEL".

Aktuelles Beispiel

Die „Doppelgänger"-Kampagne: Seit 2022 wurden im großen Stil Webseiten von SPIEGEL, FAZ, Süddeutscher Zeitung und Die Welt täuschend echt nachgebaut und mit erfundenen, anti-ukrainischen und pro-russischen Artikeln gefüllt. Über Fake-Accounts wurden Nutzer:innen auf diese Klone gelenkt.

CORRECTIV und das Auswärtige Amt haben die Kampagne als russische Desinformationsoperation dokumentiert; das US-Justizministerium beschlagnahmte dutzende der gefälschten Domains. Der Trick war nie ein guter Text – sondern der vertrauenswürdige Absender, in dessen Namen gelogen wurde.

Beleg:  Doppelgänger: Recherchen legen russische Propaganda-Kampagne lahm · CORRECTIV.Faktencheck, 2024

Kurz selbst überlegen: Welche eine Frage entlarvt diese Masche? Erst überlegen, dann aufklappen – Selbst-Abrufen prägt sich besser ein.

Prüfe die URL Zeichen für Zeichen und das Impressum. Ruf die Meldung über die echte Startseite des Mediums auf.

So durchschaust du es

  • URL Zeichen für Zeichen lesen: Stimmt die Adresse exakt? Fehlende Bindestriche, falsche Endungen (.co, .info) sind das klarste Warnsignal.
  • Über die echte Startseite gehen: Gibt es die Meldung auch, wenn du das Medium direkt aufrufst und dort suchst? Wenn nicht – Vorsicht.
  • Impressum prüfen: Führt es ins Leere oder fehlt ganz? Funktionieren die anderen Menüpunkte der Seite?
  • Zu schön/zu schlimm passend: Bestätigt die Meldung exakt eine starke Erwartung, lohnt der Doppel-Check besonders.