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Kerntechnik der Desinformation

Schein-Expert:innen

Eine Einzelstimme – oft fachfremd – wird als gleichwertig zum wissenschaftlichen Konsens dargestellt. Eine Minderheitsmeinung erscheint so gewichtiger, als sie ist.

So funktioniert die Masche

Zu fast jedem Thema lässt sich jemand mit Titel finden, der die Gegenposition vertritt. Diese eine Stimme wird dann groß herausgestellt – „aber dieser Professor sagt doch …" –, als würde sie den Forschungsstand von Tausenden aufwiegen.

Oft ist die Person gar nicht im betreffenden Fachgebiet tätig (ein Mediziner äußert sich zum Klima, ein Ingenieur zur Virologie). Manchmal werden auch lange Unterschriftenlisten präsentiert, deren Unterzeichner überwiegend Laien sind. Das Ziel: den Eindruck erzeugen, „die Wissenschaft sei sich uneinig", obwohl ein breiter Konsens besteht.

Aktuelles Beispiel

Beim Klimawandel ist diese Masche ein Dauerbrenner. Rund 97–99 % der wissenschaftlichen Publikationen bestätigen, dass der Klimawandel real und überwiegend menschengemacht ist. Trotzdem werden einzelne abweichende Stimmen immer wieder als „die andere Seite" inszeniert.

Ein klassisches Beispiel ist die sogenannte „Oregon-Petition" mit angeblich 31.000 „Wissenschaftlern" gegen den menschengemachten Klimawandel – tatsächlich war sie fast ausschließlich von Nicht-Fachleuten unterschrieben. Zudem wehren sich viele echte Forschende dagegen, dass ihre Arbeit für solche Zwecke vereinnahmt wird.

Beleg:  Desinformation über den Klimawandel: Ein Faktencheck · Mimikama / klimafakten.de, 2025

Kurz selbst überlegen: Welche eine Frage entlarvt diese Masche? Erst überlegen, dann aufklappen – Selbst-Abrufen prägt sich besser ein.

Frag: Forscht diese Person wirklich zum Thema? Was sagt die Mehrheit der Fachleute – nicht eine einzelne laute Stimme?

So durchschaust du es

  • Fachgebiet prüfen: Forscht diese Person wirklich zu diesem Thema – oder hat sie nur irgendeinen Titel?
  • Konsens statt Einzelstimme: Was sagt die Mehrheit der Fachleute? Eine einzelne Gegenstimme widerlegt keinen breiten Forschungsstand.
  • Wer steht dahinter? Wird die Person von Interessengruppen finanziert? Taucht sie immer wieder als „Kronzeuge" auf?
  • Listen hinterfragen: Große Unterschriftenzahlen sagen nichts, wenn die Unterzeichner fachfremd sind.